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LWL-Klinikmagazin - Aktuelle Ausgabe (LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein)

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Produktinformationen "LWL-Klinikmagazin - Aktuelle Ausgabe (LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein)"

Jetzt als PDF lesenNicht nur bei Stammtischen, sondern auch an Arbeitsstellen in den unterschiedlichsten Betrieben oder von besorgten älteren Menschen konnte man gegen Fremde gerichtete Aussprüche in den letzten zwei Jahren vermehrt hören: Die massenhafte Zuwanderung von Flüchtlingen und Asylbewerbern hatte Verunsicherungen und Ängste geschürt an vielen Stellen unseres deutschen wie europäischen Alltags. Dabei sind einem Teil der älteren Deutschen Flüchtlingsbiografien aus eigener Betroffenheit nicht unbekannt. „Wenn Fremde kommen, verändert sich für alle viel“, sagt Verena Kast, Psychotherapeutin und Lehranalytikerin am C. G. JungInstitut in Zürich. Auf beiden Seiten (für die, die kommen, wie für die, die schon lange da sind) geraten selbstverständliche Identität und alte Ordnungen (zumindest vorübergehend) ins Wanken. Hoffnung auf bessere Zukunft und Hilfeersuchen auf der einen Seite können zu diffusen Ängsten, Neid und Rivalität auf der anderen Seite führen. Die Fremden erinnern unbewusst aber auch an das eigene Fremde in uns, in unserem Wesen. Wir alle haben im Laufe unserer Persönlichkeitsentwicklung hier und da Ablehnung, Verwundungen und Kränkungen erlebt, sind in unserem Kindsein zurückgewiesen worden, weil wir an einigen Stellen nicht den Erwartungen der Erwachsenen entsprachen. Das führt oft zu bohrender Konfliktenergie, Ängsten oder auch Hass und Wut: Eigenes Erleben mussten wir als Fremdes und Gefahrvolles verdrängen, ausstoßen; es musste verleugnet werden, um nicht daran zu zerbrechen. So wird das „Opfersein“ zur Quelle eines abgespaltenen unbewussten Zustandes in uns selbst, und nur zu leicht und unreflektiert projizieren wir unsere eigene Verunsicherung auf eine vermeintliche Gefährdung oder Bedrohung durch Neuankömmlinge. Wir überwinden diese Blindheit anderen Menschen und unserem eigenen Fremdsein gegenüber, je mehr wir sie uns vertraut machen, auf sie zugehen, verstehen-lernen und gnädiger mit den und dem Fremden umgehen. „Das Ich ist ein anderer“ – dieser berühmte tiefenpsychologische Satz spricht ja davon, dass der heutige Mensch den Riss in der Gesellschaft auch in seinem eigenen Herzen trägt. Gerade auf diesem Gebiet sind nun Psychiater und Psychologen geeignet, Zusammenhänge zu erklären, die „Beziehungskrisen“ in der heutigen globalisierten Situation zu beleuchten und ein Menschenbild für den Einzelnen und die Gesellschaft zu vermitteln, welches zur Linderung der sozialen Probleme beitragen kann. Der Psychiater wird somit zu einer Art Dolmetscher für das Fremde in uns und in unserer Gesellschaft. Denn mit geringer Frustrationstoleranz, erhöhter Reizbarkeit, zunehmendem Individualismus, Egoismus, Hass und Vorurteilen wird der Einzelne an dem faktischen Phänomen der grenzüberschreitenden Globalisierung scheitern.

Wie äußert sich H. Peseschkian zur Transkulturellen Globalisierung: Es braucht eine „Willkommenskultur“; wir müssen lernen, mit Unterschiedlichkeit umzugehen und gemeinsame Werte und Interessen zu vertreten. Nicht nur die vielen konkret zupackenden und unterstützenden Flüchtlings- und Integrationshelfer in all den Gemeinden landauf und -ab, sondern auch unsere Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Pflegekräfte und Köche oder Diätassistenten können ein Lied davon singen: Je konkreter und besser ich meine eigenen Ängste und Vorbehalte überwinde, je neugieriger und zugänglicher ich mich auf den oder die Menschen aus anderen Kulturen und mit mir unbekannten Sitten und Gebräuchen einlasse, desto differenzierter kann ich mir ein Urteil bilden, Meinungen vertreten, aber auch empathischer, toleranter und gemeinschaftsfähiger werden. Liebe Leserinnen und Leser; die Betriebsleitung unserer Fachkliniken hatte mich gebeten, für die Erstellung des Klinikmagazins weiterhin zur Verfügung zu stehen. Diesen Auftrag habe ich gerne angenommen und lade Sie daher im Namen unserer gesamten Mitarbeiterschaft ein, sich für die Lektüre zum diesjährigen Thema ein wenig Zeit und Interesse zu nehmen.

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